Maca-Anbaus

Anfänge des Maca-Kultur im Junín

Das peruanische Junín kann mit Fug und Recht als Wiege der Maca-Kultivierung bezeichnet werden und gilt auch heute noch als die führende Anbauregion weltweit. Einzig in dieser Region kam es zur Domestizierung der kleinen, unscheinbaren Maca-Pflanze, die in Varianten im gesamten Andengebiet bis hinab nach Bolivien heimisch ist, wenngleich sie ihre berühmten vitalisierenden Eigenschaften gerade den besonderen Bedingungen des Bonbon-Plateaus – so der vormalige Name der Gegend – verdankt. – Der dort wirkenden Überlebensdruck sollte eine Pflanze hervorbringen, deren Lebenswillen ihren erstaunlichen Eigenschaften entspricht, was im Einzelnen im Beitrag zu den botanischen Besonderheiten der Maca-Wurzel erläutert wird.

Die Wiege der Maca-Kultivierung am Junín-See

Anhaltspunkte für menschliche Siedlung fanden sich in den Höhlen von Pachamachay, die höchstwahrscheinlich schon bereits vor über 10.000 Jahren bewohnt waren. Zwischen 1200 und 100 vor der Zeitrechnung siedelten sich dann die wilden Stämme der „Pumpush“ (Chinchay) um den See Chinchaycocha (heute: Lago de Junín) an. Keramikreste mit Maca-Spuren bezeugen die Kultivierung der Pflanze, die neben Kartoffeln und „Shiri“ (Bitterkartoffeln) zu den wenigen Feldfrüchten gehört, die unter den extremen Bedingungen des andinen Hochplateaus gedeiht, das mit sengender Mittagshitze und eisigen Nächten aufwartet.

Entdeckt wurde die Pflanze vermutlich durch Beobachtung des Fressverhaltens der dort lebenden Wildtiere, den Vicuñas und Lamas etwa, die von den Pumpush zunächst bejagt und später auch domestiziert wurden. Die wilde Ursaat dieser ersten Kulturform der Maca-Pflanze wächst im Übrigen noch heute und wird von Einheimischen „maca shihua“ genannt.

Kultivierung von Maca zu Zeiten der Inka

Ab 1460 dehnte sich Inkareich unter der Herrschaft des neunten Inka-Königs Pachacútec sowohl nach Norden auf das Bonbon-Plateau als auch nach Süden bis hin zum Titicaca-See aus und konsolidierte seinen Machtanspruch über andere expandierende Stämme. Pachacútec sorgte im Zuge dessen für eine Verbesserung der Infrastruktur (Straßenbau) und die Durchsetzung effizienterer landwirtschaftlicher Produktionstechniken (Terrassierung). Eine Eingliederung in das Staatswesen der Inka brachte für die unterworfene oder aus freien Stücken beigetretene Region eine Tributverpflichtung mit sich, die etwa zwei Drittel der jährlichen landwirtschaftlichen Ernte umfasste, allerdings nicht auf reiner Ausbeutung beruhte, sondern nach dem Prinzip der Wechselseitigkeit durch Versorgungsleistungen aus dem Reichsgebiet kompensiert wurde.

Auf diese Weise entstand eine Art reichsübergreifendes Sozialsystem, das karge Regionen aus den Überschüssen reicher Regionen mitversorgte, so dass es im gesamten Inka-Reich keine Hungersnöte gab. Außerdem ermöglichte das geldlos durch einen Beamtenapparat organisierte System arbeitsteilig spezialisiertes Handwerk sowie regionale landwirtschaftliche Spezialisierung. Dies nämlich geschah in der Region Junín, die sich ausschließlich der Kultivierung der Maca-Pflanze widmen sollte, nachdem die vitalisierenden und Fruchtbarkeit spendenden Eigenschaften der Pflanze bekannt geworden sind. Die Hauptstadt der Region Junín, Huancayo, wurde zudem zur wichtigsten Durchgangsstation auf dem Handelsweg zwischen der Reichshauptstadt Cusco und dem nördlichen Territorium des Inka-Reiches.

Quelle: https://www.macapulver.org/geschichte-maca-anbau/

 

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